Vielleicht erging es Ihnen auch so wie mir, ich hielt die Schweizer Literatur lange für uninspiriert, langatmig, behäbig und nicht selten oberlehrerhaft. Es brauchte eine geraume Zeit, bis ich auf Werke stiess – vor allem auch aus dem französischen Sprachgebiet – die ganz andere Qualitäten aufwiesen: Emotionale, mitreissende und bewegende Romane, gar Epen, welche es durchaus mit der grossen Weltliteratur aufnehmen können…

In diesem Sinne viel Vergnügen mit meinen Lieblingswerken aus der Schweizer Literatur…

Carl Albert Loosli

Die Schattmattbauern

1932
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Die Schweiz besitzt eine bemerkenswerte Tradition im Genre Kriminalliteratur: Friedrich Dürrenmatt kommt einem dabei unweigerlich in den Sinn oder natürlich der Schöpfer des «Wachtmeister Studer» Friedrich Glauser. Etwas weniger bekannt dürfte der Herr sein, der diesen bemerkenswerten Kriminalroman geschaffen hat, um den es hier geht: Carl Albert Loosli.
Mit seinem Kriminalroman «Die Schattmattbauern», welcher im Jahr 1932 in einem Eigenverlag herausgebracht wurde, hat Loosli nicht nur einen spannenden und historisch interessanten Krimi verfasst, sondern gleichzeitig das Genre des modernen Kriminalromans in der Schweiz begründet.

Diesen Roman als reinen Kriminalroman zu bezeichnen, würde Loosli jedoch nicht gerecht werden, steckt in diesem Werk doch viel mehr als eine «einfache» Kriminalgeschichte. Loosli schafft vielmehr ein Sittengemälde der ländlich bäuerlichen Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts. Der Umstand, dass die Handlung ins Emmental verlegt wurde, ist dabei nicht die einzige Parallele, die dem Leser Jeremias Gotthelf ins Gedächtnis rufen wird.
Carl Albert Loosli stand zudem der deduktiven Analyse des Tathergangs Arthur Conan Doyles «Sherlock Holmes» sehr nah – auch wenn er die einfache Ableitung als für zu simpel und naiv empfand. Loosli verknüpfte deshalb die Deduktion mit sachlich-realistischen, beinahe dokumentarischen Beschreibungen, mit deren Hilfe es ihm gelang, einen journalistischen Stil in seinen Roman einzubringen, der die Glaubhaftigkeit der Geschichte für den Leser enorm steigert.

Die oben beschriebenen Techniken mögen es schon verraten haben, Loosli war kein Freund von Happy Ends. Und so nimmt die Kriminalgeschichte, fast schon das Dürrenmattsche Prinzip vorwegnehmend, die schlimmstmögliche Wendung.

Für mich gehört Carl Albert Loosli zu den ganz grossen Autoren der Schweiz, der durch seine realistische Darstellung und skeptische Grundhaltung der Tataufklärung gegenüber stilprägend für die folgenden Schweizer Schriftstellergenerationen war und vermutlich noch ist.

Emmental im Jahr 1893. Nach dem gewaltsamen Tod des Schattmattbauern Rees scheint schnell klar zu sein, wer für die Tat verantwortlich ist: Sein Schwiegersohn Fritz, mit dem Rees seit eh und je einen erbitterten Streit führte. Doch der Prozess führt zu keinem Schuldspruch, und Rees wird, nach langer Untersuchungshaft, wieder auf freien Fuss gesetzt. Gleichzeitig kann nicht geklärt werden, wer denn nun den alten Schattmattbauern getötet hatte, und so bleibt für viele Anwohner der kleinen Gemeinde Hablingen ein ungutes Gefühl zurück. Fritz selber leidet darunter am meisten, und die unglaubliche Auflösung des Falls, beinahe dreissig Jahre später, kommt für ihn zu spät…

Originaltitel: Die Schattmattbauern

Originalverlag: Eigenverlag, Bern
Erstveröffentlichung: 1932
Sprache: Deutsch
Land: Schweiz

Meine Ausgabe

Verlag: Rotpunktverlag, Zürich
Jahr: 2006
Verarbeitung: Lindengrüner Leineneinband mit Prägung, Lesebändchen, Fadenheftung und einem Schutzumschlag.
Herausgeber: Fredi Lerch & Erwin Marti
Einbandgestaltung: Beate Becker
Seiten: Beate Becker

Verarbeitungsqualität (1-10): 8

ISBN: 978-3-85869-332-7

Literarische Gattung: Roman / Kriminalroman

Literarischer Anspruch (1-10): 7

Handlungsorte: Habligen (fiktiver Ort) im Emmental, Schweiz

Thema: Mord / Betrug

Schlagwörter: Vergeltung / Rache / Mord / Schwiegervater / Bauern / Emmental / Verbrechen / Untersuchung / Gericht / Freispruch / Familie / Ehre / Schweiz

04. April 1877 in Schüpfen, Kanton Bern, Schweiz

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22. Mai 1959 in Bern, Kanton Bern, Schweiz

Carl Albert Loosli war ein Schweizer Schriftsteller, Publizist und Journalist.

Loosli verbrachte, da unehelich geboren, einige Jahre in verschiedenen Jugendanstalten, was ihn nachhaltig prägte. Zeitlebens setzte er sich für Randgruppen und Unterprivilegierte ein. In der Zeit des 1. Weltkrieges engagierte er sich mit verschiedenen Publikationen für den Zusammenhalt zwischen deutsch- und französischsprachiger Schweiz – was ihm in der Deutschschweiz massive Kritik einbrachte. Ebenso bemerkenswert war sein publizistischer Einsatz gegen den in der Schweiz aufkommenden Antisemitismus.

Carl Albert Loosli galt zeitlebens als unangepasster Querdenker, der aneckte und von der bürgerlichen Gesellschaft nicht anerkannt wurde. Heute gilt er als wichtiger Schriftsteller und Begründer des „schweizerischen“ Kriminalromans – ist jedoch der breiten Öffentlichkeit kaum noch bekannt…

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Foto: Hans Kipfer – Carl Albert Loosli, 1948

Monique Saint-Hélier

Traumkäfig

1932
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Als Monique Saint-Hélier ihren Erstlingsroman „La Cage aux rêves“ anfangs der 1930er-Jahre zu schreiben begann, war sie sich sicher bald sterben zu müssen. Seit mehreren Jahren lag sie, schwer erkrankt, im Bett in ihrer Pariser Wohnung, die sie zusammen mit ihrem Ehemann Blaise bewohnte – sie sollte es bis zu ihrem Tod 1955 kaum mehr verlassen…

Entstanden ist eine Art Vermächtnis, zusammengesetzt aus Erinnerungen an ihre Kindheit in La Chaux-de-Fonds.
Saint-Hélier nahm an, bald sterben zu müssen, was dazu führte, dass Sie alles zu Miniaturen verkleinert in ihrem Roman unterzubringen versuchte, was Sie der Welt (und ihrem Mann) noch sagen wollte. Aus diesem Grund nimmt dieser Roman denn thematisch auch alles vorweg, was sie in ihren folgenden Werken nochmals mit mehr Raum verarbeiten sollte - „Traumkäfig“ bildet gewissermassen ein Konzentrat all ihrer Werke.

„Traumkäfig“ ist ein beeindruckendes Stück Schweizer Literaturgeschichte geworden. Ein Roman filigran ziseliert und dennoch monumental in der Aussage. Saint-Hélier stand unter dem Einfluss des 1926 verstorbenen Rainer Maria Rilke, mit dem sie sehr engen Briefkontakt unterhalten hatte. Ihre Erzählweise ist nicht linear, verwirrt den Leser mitunter und ist mit so vielen Zeit- und Raumsprüngen versehen, dass es schon eine gewaltige Herausforderung darstellt ihr zu folgen. Das Folgen wird jedoch mit wunderbarer literarischer und poetischer Intensität belohnt. Die einzelnen Erinnerungen werden collageartig ineinander gesetzt, vermischen sich, um in neuen Erinnerungsfetzen davon zu fliegen… Ich bin in der Schweizer Literatur noch selten auf derart schöne Metaphern und sprachliche Subtilität gestossen.

Ähnlich wie Virginia Woolf arbeitet Saint-Hélier stark mit dem inneren Monolog und erzeugt damit eine beeindruckende Nähe, womit sie dem Leser ermöglicht, die Welt durch die Augen der Hauptfigur wahrzunehmen.

Diese sprachliche und technische Modernität führt dazu, dass sich Saint-Héliers Roman auch heute noch problemlos lesen lässt. Es mag sein, dass dieses Werk nicht vollständig ausgereift ist - genau dies macht jedoch, meiner Meinung nach, den grossen Charme dieses Romans aus…

In diesem stark autobiografisch gefärbten Roman, wird die Geschichte der kleinen Béate erzählt, die in ihrem Elternaus in La Chaux-de-Fonds aufwächst. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und so ist ihre stärkste Bezugsperson Madre, die mit ihrer religiösen Grundhaltung einen starken Einfluss auf die kleine Béate ausübt.
Béate geht zur Schule und wird erneut mit dem Tod konfrontiert. Die Kindheitsgeschichte entwickelt sich zur Liebesgeschichte und schliesslich zum philosophischen Werk über das Glück, die Schwere des Daseins und des nahen Endes…

Originaltitel: La Cage aux rêves

Originalverlag: R.-A. Corrêa, Paris
Erstveröffentlichung: 1932
Sprache: Französisch
Land: Frankreich


Meine Ausgabe

Übersetzung ins Deutsche durch: Hedi Wyss

Verlag: Huber Verlag, Frauenfeld
Jahr: 1990
Verarbeitung: Weisser Pappeinband mit blauem Kapitalband, Fadenheftung und Schutzumschlag
Herausgeber & Nachwort: Charles Linsmayer
Einbandgestaltung: Ruedi Becker
Seiten: 271

Verarbeitungsqualität (1-10): 6

ISBN: 3-7193-1034-5

Literarische Gattung: Roman / Biografieroman

Literarischer Anspruch (1-10): 10

Handlungsorte:

- La Chaux-de-Fonds, Schweiz
- Bern, Schweiz
- Paris, Frankreich

Thema: Lebensbeschreibung

Schlagwörter: Kindheit / Heimat / Aufwachsen / Tod / Religion / Abschied / Mutter / Vater / Liebe / Sterben / Westschweiz / Schweizer Literatur

02. September 1895 in La Chaux-de-Fonds, Schweiz

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09. März 1955 in Pacy-sur-Eure, Frankreich

Monique Saint-Hélier war während der Hälfte ihres kurzen Lebens sehr krank und bettlägerig. Sie wurde in den 1930er-Jahren vor allem in Frankreich bekannt. Die Themen ihrer Werke umfassen Erfahrungen und Erinnerungen ihres Lebens, wobei ihr Stil und ihre Schreibweise hoch komplex sind und heute als Vorläufer des „Nouveau roman“ angesehen werden.
Nachdem Saint-Hélier nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet, wurde sie gegen Ende des 20. Jahrhunderts aufgrund ihres originellen und modernen Schreibstiles wiederentdeckt und sowohl in Frankreich als auch in der Schweiz neu veröffentlicht…

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Quelle: www.linsmayer.ch/

Meinrad Inglin

Schweizerspiegel

1938
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Meinrad Inglin (1893-1971) schildert in seinem grossen Schweizer Epos die gesellschaftlichen Veränderungen während den Jahren 1912 bis 1918. Das bis dahin bürgerlich-liberale Land wird vom Sog der Zerstörung Europas mitgerissen. Worauf man sich bis anhin verlassen konnte, wurde ebenso hinweg gefegt, wie gültige Konventionen oder der schlichte Glaube an die Vernunft der Massen.

Inglin macht diese alte Welt, wie auch die Umbrüche und Zerrissenheit des neuen Zeitalters, exemplarisch an der Zürcher Familie Ammann fest, welche in seinem Roman im Kleinen durchmacht, was der Schweiz im Ganzen widerfährt. Dies gelingt mittels sehr realistischen Schilderungen und einer unmittelbaren, packenden Sprache.
Die politischen wie auch geschichtlichen Ereignisse jener Zeit sind authentisch und glaubhaft verfasst sowie gekonnt in die Familiengeschichte der fiktiven Protagonisten eingebettet. Dadurch entsteht eine persönliche Ebene, die den Leser anspricht und dem Roman einen sehr modernen Anstrich verleiht.
Meinrad Inglin war selber Soldat im Grenzdienst während des 1. Weltkrieges, und daher erstaunt es nicht, dass seine Beschreibungen so authentisch ausfallen. Viele der militärischen Vorgänge und Abläufe, und das hat mich doch sehr erstaunt, kamen selbst mir bekannt vor – es scheint sich in der Schweizer Armee in den siebzig Jahren, bis ich dort Dienst tat, nicht so viel verändert zu haben, wie man hätte meinen können…
Stellenweise haben mich Inglins Militärbeschreibungen auch an Szenen aus Tolstois „Krieg und Frieden“ erinnert – die episch angelegten Szenerien, wie auch die Beschreibung des Soldatenlebens weisen einige Parallelen auf.

Inglin veröffentlichte seinen Roman 1938, also zu einer Zeit, als die Menschheit zum zweiten Mal auf einen Abgrund zusteuerte. So ist der „Schweizerspiegel“ ein Versuch, an die Vernunft der Gesellschaft zu appellieren, weil eine funktionierende Demokratie freie und gleichberechtigte Menschen voraussetzt und so jeder Form von faschistischen oder sozialistischen Ideologien entgegen läuft.

Für mich persönlich gehört der „Schweizerspiegel“, neben Kurt Guggenheims „Alles in Allem“, zu den beeindruckendsten gesellschaftshistorischen Werken der Schweizer Literatur!

Die Geschichte beginnt mit dem Kaisermanöver im Jahr 1912 und endet mit dem Generalstreik 1918. Im Mittelpunkt dieses umfangreichen Romans steht die Stadt-Zürcher Familie Ammann. Vater Alfred Ammann, Mitglied des Nationalrates und Brigadekommandant, ist verheiratet mit Barbara. Ihr ältester Sohn Severin ist Redakteur bei der liberalen Zeitung „Ostschweizer“ und wendet sich während der Kriegszeit immer mehr den rechtskonservativen und nationalistischen Kreisen zu – sehr zum Leidwesen seines Vaters. Der zweitälteste Sohn Paul hat zu Beginn keine klare Vorstellung von seiner Zukunft, die Arbeit als Journalist befriedigt ihn nur wenig. Im Unterschied zu seinem älteren Bruder sympathisiert er mit den Sozialdemokraten – was seinen konservativen Eltern ebenso wenig zusagt. Der jüngste Sohn Fred steckt bei Kriegsbeginn noch mitten im Studium, ohne daran wirklich Freude zu empfinden. Er macht während der Weltkriegszeit Karriere beim Militär und absolviert die Offiziersschule. Tochter Gertrud schliesslich ist unglücklich verheiratet mit dem Offizier Albrecht Hartmann, mit dem sie zwei Kinder hat. Als sie ihren Mann mit den Kindern verlässt und sich mit dem mittellosen Dichter Albin Pfister einlässt, führt dies zu einem Skandal und der Entfremdung von ihren Eltern.

Als der Krieg ausbricht, müssen der Vater und die drei Söhne in den Kriegsdienst einrücken, um die Schweizer Grenze zu bewachen. Eine entbehrungsreiche Zeit voller Angst, Unsicherheit und grossen Veränderungen steht bevor – für die Familie Ammann, wie auch für das ganze Land.

Originaltitel: Schweizerspiegel

Originalverlag: Staackmann Verlag, Leipzig
Erstveröffentlichung: 1938
Sprache: Deutsch
Land: Deutschland


Meine Ausgabe

Verlag: Limmat, Zürich
Jahr: 2014
Verarbeitung: Bedruckter Leineneinband mit orangefarbenem Vorsatz, Leseband und Fadenheftung
Nachwort: Beatrice von Matt
Einbandgestaltung: Trix Krebs
Seiten: 900

Verarbeitungsqualität (1-10): 8

ISBN: 978-3-85791-744-8

Literarische Gattung: Roman / Epos

Literarischer Anspruch (1-10): 7

Handlungsorte:

- Zürich, Schweiz
- Jura, Schweiz
- Bern, Schweiz

Thema: 1. Weltkrieg / Schweizer Gesellschaft

Schlagwörter: Krieg / Familie / Kinder / Scheidung / Bedrohung / Politik / Generalstreik / Liebe / Brüder / Zukunft / Krise / Armee

28. Juli 1893 in Schwyz, Kanton Schwyz, Schweiz

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04. Dezember 1971, Schwyz, Kanton Schwyz, Schweiz

Meinrad Inglin war ein Schweizer Schriftsteller und Journalist.
Inglin arbeitete als Zeitungsredaktor, bevor er sich ab 1923 als freier Schriftsteller betätigte. Sein erstes Werk „Die Welt in Ingoldau“ erschien 1922.
Inglin zeichnete sich vor allem durch eine realistische Darstellung des Schweizer Alltagslebens aus, wobei er eine psychologische Tiefe erreichte, die bis dahin im Schweizer Roman kaum zu finden gewesen war.

Meinrad Inglin erhielt viele namhafte Literatur-Preise und zählt heute zu den bedeutendsten Schweizer Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.

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© wissenmedia

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Alice Rivaz

Wolken in der Hand

1940
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„Nuages dans la main“, wie das Werk im Original heisst, wurde 1940 erstmals veröffentlicht und war das Romandebüt von Alice Rivaz.
Für mich persönlich gehört dieses Werk zu den besten Schweizer Büchern, die im 20. Jahrhundert veröffentlicht wurden - ich würde sogar so weit gehen, Alice Rivaz als Virginia Woolf der Schweiz zu bezeichnen.

Ihr Schreibstil ist unglaublich fragil und vielschichtig, bewegt sich stets zwischen Traum und Wirklichkeit und ist gleichzeitig nüchtern und pragmatisch. Obwohl das alles auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen geht, gelingt es Rivaz, eine verflochtene Geschichte zu entwickeln - mehr noch, sie entwirft ein tiefes Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau von universaler Gültigkeit. Die seelische Zerrissenheit der Hauptfigur wird dabei derart gekonnt und einfühlsam beschrieben, dass der Leser direkt ins Geschehen hineingezogen wird.
Es sind ganz gewöhnliche Menschen, die in diesem Roman beschrieben werden - gewöhnliche Menschen in gewöhnlichen Berufen, die eine alltägliche Beziehung führen. Rivaz nimmt einen mit auf eine Expeditionsreise in die Untiefen der menschlichen Psyche, die spannender und mitreissender als so mancher Krimi ist.

Obwohl die Beziehungsprobleme und Zerrissenheit der Figuren im Vordergrund stehen, habe ich den Roman zu keiner Zeit als deprimierend oder negativ empfunden - vielmehr schwebt eine wunderschöne Leichtigkeit über allem, der diesem wunderbaren Werk seinen ganz eigenen Charme verleiht.

Die äussere Handlung ist auf ein Minimum reduziert und umfasst lediglich einen Tag im Leben zweier Arbeitskollegen, die beide in die schöne Klavierlehrerin verliebt sind. Die Handlung spielt in der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs.

Alain Saintagne, ein Büroangestellter, ist mit Madeleine verheiratet, doch er träumt von Christiane, der schönen Klavierlehrerin. Als er eines Morgens seinen Freund und Arbeitskollegen Fernand Lorenzo das Haus der Klavierlehrerin betreten sieht, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Alain findet weder den Mut, sich seiner Frau Madeleine zu öffnen, noch sich selber einzugestehen, dass ihn sein Job als Beamter unglücklich macht…

Originaltitel: Nuages dans la main

Originalverlag: Guilde du Livre, Lausanne
Erstveröffentlichung: 1940
Sprache: Französisch
Land: Schweiz


Meine Ausgabe

Übersetzung ins Deutsche durch: Markus Hediger

Verlag: Huber, Frauenfeld
Jahr: 1992
Verarbeitung: Weisser Pappeinband mit rotem Kapitalband, Fadenheftung und Schutzumschlag
Nachwort: Marianne Ghirelli
Einbandgestaltung: Ruedi Becker
Seiten: 239

Verarbeitungsqualität (1-10): 6

ISBN: 3-7193-1073-6

Literarische Gattung: Roman / Beziehungsroman

Literarischer Anspruch (1-10): 9

Handlungsorte: Genf, Schweiz

Thema: Beziehung Frau - Mann

Schlagwörter: Frau / Mann / Beziehung / Einsamkeit / Leben / Traum / Wirklichkeit

14. August 1901 in Rovray, Waadt, Schweiz

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27. Februar 1998 in Genthod, Genf, Schweiz

Alice Rivaz war eine aus der französischen Schweiz stammende Schriftstellerin und Journalistin.
Rivaz studierte Musik und war ausgebildete Musiklehrerin, verdiente ihren Unterhalt jedoch hauptsächlich als Dokumentalistin. Gleichzeitig begann sie, ihre literarische Karriere voranzutreiben, was schliesslich 1940 zu ihrem Erstlingswerk „Nuages dans la main“ führte.

Rivaz’ literarische Kernthemen waren die Stellung der Frau in der Gesellschaft, die Probleme von Minderheiten sowie Liebe und Einsamkeit. Sie gilt heute als eine der wichtigsten und kompromisslosesten Feministinnen der Schweiz.

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Alice Rivaz an ihrem Arbeitstisch 1941

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Kurt Guggenheim

Alles in Allem

1952-1955
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„Alles in Allem“ ist eines jener Werke, vor dem ich mich sehr lange gedrückt hatte. Die über tausend Seiten und die etwas biedere Aufmachung des Werkes haben mich abgeschreckt. Als ich mich dann endlich doch herangewagt hatte, wurde mir schnell klar, dass es eben nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Büchern, falsch ist, seine Meinung aufgrund von äusseren Gegebenheiten zu machen.
„Alles in Allem“ ist eines jener wunderbaren Bücher, die einzigartig dastehen in der Schweizer Literaturgeschichte. Ein gesellschaftshistorisches Werk über eine Stadt zu schreiben, welches auf über tausend Seiten nicht eine Sekunde langatmig wird, ist eine Aufgabe, der nur wenige Autoren gewachsen sind - Kurt Guggenheim war glücklicherweise so ein Autor. Dabei wird er nie belehrend oder intellektuell gestelzt. Guggenheim schreibt mitten aus den Menschen heraus. Unzählige Schicksale wandeln am Leser vorbei, wirken authentisch und interessant. Dem Autoren gelingt es durch eine ausdrucksstarke Erzählweise die Spannung immer hoch zu halten.
So ganz nebenbei erfährt man die Geschichte Zürichs zwischen 1900 und 1945. Dazwischen zwei Weltkriege, vor denen die Schweiz zwar verschont blieb, die dennoch ihre politischen und gesellschaftlichen Spuren hinterlassen haben.
Hochinteressant ist auch die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Zürich, über die ich persönlich kaum etwas gewusst habe und welcher Guggenheim, der selber einer jüdischen Familie entstammte, einen ganz zentralen Platz in diesem wunderbaren Buch einräumt.

Für mich ist „Alles in Allem“ eines der spannendsten, lehrreichsten und mitreissendsten Schweizer Gesellschaftsromane, die ich kenne. Für Eidgenossen eine Pflichtlektüre und für alle anderen ein Geheimtipp erster Güte…!

Dieses Werk wurde ursprünglich in vier Teilbänden zwischen 1952 und 1955 wie folgt herausgegeben:

- 1952 / Band 1, 1900-1913
- 1953 / Band 2, 1914-1919
- 1954 / Band 3, 1920-1932
- 1955 / Band 4, 1933-1945

Erzählt wird die Geschichte der Stadt Zürich zwischen 1900 und 1945. Dem Leser wird, anhand von 140 verschiedenen Figuren, das Leben und die gesellschaftlichen Veränderungen in der grössten Schweizer Stadt vorgestellt. Menschen aus allen Schichten, Religionen und Kulturen treffen aufeinander. Es werden politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse thematisiert und der Wandel Zürichs in der Zeit der Weltkriege aufgezeigt.

Originaltitel: Alles in Allem

Originalverlag: Artemis, Zürich
Erstveröffentlichung: 1952-1955
Sprache: Deutsch
Land: Schweiz


Meine Ausgabe

Verlag: Huber, Frauenfeld
Herausgeber: Charles Linsmayer
Jahr: 3. Auflage 1998
Verarbeitung: Weisser Leineneinband mit Dünndruckpapier, Fadenheftung und Schutzumschlag
Einbandgestaltung: Ruedi Becker
Seiten: 1020

Verarbeitungsqualität (1-10): 8

ISBN: 3-7193-1113-9

Literarische Gattung: Roman / Epos

Literarischer Anspruch (1-10): 7

Handlungsorte: Zürich

Thema: Die Stadt Zürich und ihre Bewohner

Schlagwörter: Zürich / Schweiz / Menschen / Assimilation / Judentum / Epochen / Geschichte / Zusammenleben / Gesellschaft / Liebe / Sterben / Vergangenheit / Lebenswege

14. Januar 1896 in Zürich, Schweiz

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05. Dezember 1983 in Zürich, Schweiz

Kurt Guggenheim ist ein Schweizer Schriftsteller. Er stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie und erlernte auch den Beruf des Kaufmannes. Nachdem die elterliche Firma während der Wirtschaftskrise in den 20er-Jahren geschlossen wurde, arbeitete Guggenheim als Werbetexter, Antiquar und Redakteur.
Erst mit 39 Jahren brachte er seinen Romanerstling „Enfesselung“ heraus. Bald schon gehörte Guggenheim zu den erfolgreichsten Schweizer Autoren und verfasste nebst Romanen auch Theaterstücke und Filmdrehbücher (unter anderem „Wachtmeister Studer“, 1939).

Kurt Guggenheim gilt als Bewahrer einer realistischen Erzähltradition in der Schweiz. Seine Werke werden bis heute immer wieder neu aufgelegt.

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Quelle: Tagblatt der Stadt Zürich 2015

Gerold Späth

Unschlecht

1970
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Gerold Späths Werk „Unschlecht“ besitzt schon so viel Charakter, Charme und Wahrhaftigkeit, dass es kaum zu glauben ist, dass dies Späths Romandebüt war.

Gut für uns Leser, dass Gerold Späth uns an den aberwitzigen Abenteuern seines Antihelden Unschlecht teilhaben lässt. Vor den Augen der Leser erwacht ein kleines Nest am Zürichsee mit all seinen skurrilen Figuren zum Leben. Dies geschieht in satirischer Überhöhung sowie gewaltiger Übertreibung, erscheint jedoch dank Späths grandioser Fabulierkunst und origineller Sprache absolut glaubhaft - und sorgt für viele vergnügliche Lesestunden…

Es gibt nicht viele wirklich humorvolle Romane, die gleichzeitig eine ansprechende Tiefe und Weisheit beinhalten - dies ist im vorliegenden Werk alles zu finden. Mehr noch, Gerold Späth hat es verstanden, einen Schelmenroman von klassischer Prägung, versetzt mit Gesellschaftskritik, in ein modernes Kleid zu stecken.

Ich versteige mich zur Aussage, dass Gerold Späths „Unschlecht“ eines der humorvollsten und gleichzeitig sprachlich originellsten Werke der Schweizer Literatur ist - ich jedenfalls habe Tränen gelacht…

Unschlecht ist das Mündel des Rapperswiler Friedensrichters Xaver Rickenmann. Als Unschlecht die Volljährigkeit erreicht, erbt er ein beträchtliches Vermögen samt Insel im Zürichsee. Unschlecht ist nicht der Schlauste, und dies versuchen verschiedene Rapperswiler redlich auszunutzen und dem armen Tölpel den Reichtum gleich wieder abzunehmen.
Kuriose Begebenheiten und haarsträubende Geschichten sind die Folge, denen sich Unschlecht nur durch eine Flucht ins Ausland zu entziehen vermag. Er wechselt die Identität und kehrt, nun gescheit geworden, unter dem Namen Maximilian Guttmann in seine Heimatstadt zurück…

Originaltitel: Unschlecht

Originalverlag: Die Arche, Zürich
Erstveröffentlichung: 1970
Sprache: Deutsch
Land: Schweiz


Meine Ausgabe

Verlag: Suhrkamp, Frankfurt am Main
Jahr: 1. Auflage 1992
Verarbeitung: Blauer Leineneinband mit blauem Kapitalband, Fadenhefung und Schutzumschlag
Einbandgestaltung: Suhrkamp Verlag
Seiten: 620

Verarbeitungsqualität (1-10): 8

ISBN: 3-518-40482-2

Literarische Gattung: Roman / Schelmenroman

Literarischer Anspruch (1-10): 7

Handlungsorte: Rapperswil, Kanton Sankt Gallen, Schweiz

Thema: Lebensbeschreibung

Schlagwörter: Rapperswil / Erbschaft / Mündel / Reichtum / Insel / Dorfgemeinschaft / Leben / Zürichsee / Schweiz

16. Oktober 1939 in Rapperswil, St. Gallen, Schweiz

Gerold Späth ist ein Schweizer Schriftsteller.
Er wurde in eine Rapperswiler Orgelbauerdynastie hineingeboren und absolvierte eine Lehre als Kaufmann. 1968 entdeckte er seine Liebe zum Schreiben, was schliesslich 1970 zu seinem Erstlingswerk „Unschlecht“ führte. Trotz Erfolg mit seiner Schriftstellerei, arbeite Späth bis 1975 im Familienbetrieb weiter.

Gerold Späth gilt heute als einer der originellsten Schweizer Autoren und wurde mit vielen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Er schreibt nicht nur Romane, sondern verfasst auch Hörspiele und Theaterstücke.

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Gerold Späth - Das Foto wurde freundlicherweise vom Lenos Verlag zur Verfügung gestellt.

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Gerhard Meier

Baur und Bindschädler – Amrainer Tetralogie

1979 bis 1990
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Nur ganz selten trifft man beim Lesen auf einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin, bei dem/der man sofort spürt, das sind Seelenverwandte, sie hören die selbe Musik wie ich, sind von den selben Klassikern begeistert und schauen mit den selben Augen auf die Welt. Mir ist das nur zweimal passiert bis jetzt: Das erste Mal bei Virginia Woolf und das zweite Mal bei Gerhard Meier…

Bei der Tetralogie «Baur und Bindschädler» handelt es sich ohne Frage um Gerhard Meiers Opus magnum, um ein Meisterwerk, wie es nur ganz selten gelingt und –ich versteige mich zur Aussage – in der Schweiz unerreicht ist.

1979 erschien der erste Band mit dem Namen «Die Toteninsel». Recht unspektakulär werden zwei alte Dienstkameraden beschrieben, die durch Olten spazieren und über Gott und die Welt philosophieren. Ein Gespräch, welches sich 1982 in «Borodino» fortsetzt, um schliesslich 1985 mit dem Tod Baurs in «Die Ballade vom Schneien» sein vorläufiges Ende zu finden. Vorläufig deshalb, weil das Gespräch 1990 mit dem Roman «Land der Winde», in dem Bindschädler das Grab seines alten Freundes aufsucht, eine unerwartete Fortsetzung findet. Die Stimme von Baur hörend, flaniert Bindschädler durch Amrain (Niederbipp). Dieser vierte und letzte Band endet mit einem Besuch bei Baurs Witwe und gelangt damit zu seinem gebührenden Abschluss.

Die Schönheit von Gerhard Meiers Prosa liegt in der Einfachheit seiner Sprache, in deren Stille. Es gelingt ihm, poetische Bilder zu kreieren, wie wir sie sonst nur in der grossen Weltliteratur finden.
Gerhard Meier beschrieb seine Literatur selber als die eines Provinzlers, welcher versuche, die Welt in die Provinz hineinzuholen – und genau das gelang Gerhard Meier unglaublich gut.
Die ganze Welt trifft in den Gesprächen der beiden Protagonisten im ländlichen Amrain zusammen. Tolstoi ist ebenso gegenwärtig, wie Proust, Joseph Roth oder Robert Walser. Der napoleonische Kriegszug durch Russland vermischt sich mit Gorbatschows Glasnost. Abgerundet werden die Gespräche, welche zuweilen eher Monologe des Protagonisten Baur sind, durch die 4. Sinfonie Schostakowitschs und die Gemälde William Turners und C. D. Friedrichs. Dies alles, wie erwähnt, findet seinen kosmischen Nabel in der kleinen provinziellen Welt Amrains.

Für mich war die Amrainer Tetralogie eine literarische Offenbarung, welche ich Ihnen ans Herz legen möchte!

Band 1: Die Toteninsel (1979)

Baur und sein Freund Bindschädler kennen sich schon seit langer Zeit. Sie waren zusammen im Militär.
Es ist November und sie treffen sich wieder einmal in Olten, wo sie gemeinsam einen Stadtrundgang machen und dabei über Literatur, Musik und Architektur philosophieren sowie die alten Zeiten aufleben lassen.


Band 2: Borodino (1982)

Bindschädler besucht seinen alten Freund Baur zum ersten Mal in dessen Wohnort Amrain. Es ist Fasnachtszeit und so begeben sich die beiden, zusammen mit Baurs Frau Katharina, auf einen Spaziergang durch Amrain, welcher schliesslich beim Fasnachtsumzug endet. Bindschädler steht noch sichtlich unter dem Einfluss Tolstois beeindruckenden Werkes «Krieg und Frieden», welches er kürzlich gelesen hat. Immer wieder schweifen seine Gedanken zu einzelnen Szenen aus dem Roman und vermischen sich mit den Anekdoten seines Freundes Baur…


Band 3: Die Ballade vom Schneien (1985)

Jahre später liegt Baur schwer krank im Spital. Bindschädler reist nach Amrain, um bei seinem kranken Freund zu wachen. Baur, euphorisiert durch das verabreichte Morphium, erzählt aus seinem Leben in Amrain, von einer Reise nach Israel und anderen Erinnerungen. Immer wieder schläft er dabei ein, während Bindschädler auf dem winterlichen Balkon dem Schneetreiben zusieht – es sollte Baurs letzte Nacht sein…


Band 4: Land der Winde (1990)

Bindschädler besucht seinen verstorbenen Freund Baur auf dem Friedhof in Amrain. Baur spricht zu Bindschädler aus dem Grab. Danach spaziert Bindschädler durch Amrain und erinnert sich an all die Geschichten, welche ihm Baur seinerzeit über die verschiedenen Menschen und Orte Amrains erzählt hatte. Die Reise in die Vergangenheit endet mit einem Besuch bei Katharina, Baurs Witwe.

Originaltitel: Baur und Bindschädler – Amrainer Tetralogie

Originalverlag: Zytglogge Verlag, Oberhofen / Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M.
Erstveröffentlichung: 1979 / 1982 / 1985 / 1990
Sprache: Deutsch
Land: Schweiz / Deutschland


Meine Ausgabe


Verlag: Zytglogge Verlag Oberhofen
Jahr: 4. Auflage 2008
Verarbeitung: Blauer Hardcovereinband mit Fadenheftung und Schutzumschlag.
Einbandgestaltung: Zytglogge Verlag unter Verwendung des Bildes: Zwei Männer in Betrachung des Mondes von C. D. Friedrich
Seiten: 598

Verarbeitungsqualität (1-10): 7

ISBN: 978-3-7296-0773-6

Literarische Gattung: Roman

Literarischer Anspruch (1-10): 7

Handlungsorte:

- Olten, Kanton Solothurn, Schweiz
- Amrain (fiktiver Ort) Vorlage: Niederbipp, Kanton Bern, Schweiz

Thema: Freundschaft / Kultur

Schlagwörter: Freunde / Spatziergang / Gespräche / Kultur / Literatur / Tolstoi / Musik / Malerei / Vergangenheit / Politik / Schweizer Literatur / Schriftstellerei

20. Juni 1917 in Niederbipp, Schweiz

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22. Juni 2008 in Langenthal, Schweiz

Gerhard Meier war ein Schweizer Designer und Schriftsteller aus dem Kanton Bern.
Nachdem sich sein eigentlicher Berufswunsch Architekt vor dem 2. Weltkrieg nicht verwirklichen liess, trat er 1938 in die Lampenfabrik AKA in seiner Heimatgemeinde Niederbipp ein. In dieser Firma sollte er die nächsten Jahrzehnte, erst als Designer und später als technischer Leiter, sein Einkommen verdienen.

Zur Schriftstellerei kam Gerhard Meier, der zwar in seiner Jugendzeit schriftstellerische Versuche unternommen hatte, erst 1957, als er nach einer schweren Erkrankung einige Zeit in einem Sanatorium zubrachte. Seine ersten Werke waren Gedichte, welche Mitte der 60er-Jahre im Benteli Verlag in Bern verlegt wurden. Weitere Veröffentlichungen folgten und führten dazu, dass Gerhard Meier ab 1971 seine Arbeit in der Lampenfabrik quittierte und fortan als freier Schriftsteller tätig war.

Gerhard Meiers Werk besteht aus Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen, die sich allesamt dadurch auszeichnen, dass sie stets im Kleinen das Grosse zeigen. Geschichte und Politik finden in seinen Werken ebenso ihren Platz wie der Tod und die Vergänglichkeit. Stark beeinflusst wurde Gerhard Meier durch Leo Tolstoi, Marcel Proust, Virginia Woolf und Claude Simon…

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© 1991 Lenos Verlag Basel / Quelle: Lexikon der Schweizer Literaturen

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