Türkisch für Anfänger

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Regie: Bora Dagtekin
Musik: Heiko Maile
Drehbuch: Bora Dagtekin

Produktion: © Rat Pack Filmproduktion
Kamera: Benjamin Dernbecher / Torsten Breuer
Schnitt: Charles Ladmiral

Deutschland / 2012

Hauptdarsteller: Josefine Preuß, Elyas M’Barek, Anna Stieblich, Adnan Maral, Pegah Ferydoni, Arnel Taci…u.a.

HANDLUNG


Die 19-jährige Lena hat sich von der antiautoritären Erziehung ihrer Mutter Doris kaum erholt, als diese Lena zu einer Reise nach Thailand überredet.
Bereits im Flugzeug beginnt der Ärger, als sich ihr Sitznachbar, Cem Öztürk, als türkischer Supermacho entpuppt.
Es kommt aber noch schlimmer, das Flugzeug gerät in starke Turbulenzen und muss schliesslich irgendwo im Indischen Ozean notwassern. Alle Passagiere können gerettet werden – alle bis auf vier: Lena, Cem, dessen streng gläubige Schwester Yagmur und der Deutsch-Griechen Costa.
Zusammen stranden sie mit ihrer Rettungsinsel auf einer, wie sie denken, unbewohnten Insel. Nun muss sich der bunt gemischte Trupp zusammenraufen, um zu überleben – was alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen stellt…

REZENSION

Ich schaue mir selten Filme an, ohne mich vorgängig einigermassen über sie zu informieren. In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht, da ich von der Fernsehserie „Türkisch für Anfänger“ begeistert war und mir dachte, wenn hier der selbe Regisseur am Werk ist, wird es schon passen.
Ein schwerer Fehler meinerseits, wie ich nun feststellen musste. Dem Film fehlt einfach alles, was die Serie auszeichnet: Der Charme, die Tiefe der Figuren, eine gute Story, witzige Dialoge, eine glaubhafte Umsetzung… etc..
Nichts davon ist in diesem Machwerk zu finden. Die Grundstory ist unglaublich hanebüchen und beleidigt den gesunden Menschenverstand. Die in der Serie hervorragend ausgearbeiteten Figuren wirken hier wie von einer Dampfwalze überrollt. Am markantesten fällt das bei Yagmur auf, die von einer ultraorthodoxen Muslimin zu einer blassen und unscheinbaren, dümmlich grinsenden Nebenfigur degradiert wurde.

Als ebenso unmöglich wie die Umsetzung und die Figuren, empfand ich den Film-Soundtrack. Die Musik wirkt extrem unpassend. Sie untermalt nicht die Szenen, wie das gute Filmmusik tun sollte, sondern hämmert sie zu.

Selbst wenn man versucht, die Serie zu vergessen und sich den Film neutral und ohne Vorgeschichte zu Gemüte zu führen, bleiben die oben beschriebenen Mängel derart markant im Vordergrund, dass keine Sekunde vergeht, in der man sich nicht das Ende dieser unsäglichen Film-Tortur herbeisehnt.
Ein Ende, das dann nach sehr langen 109 Minuten endlich eintritt und einen mit der Gewissheit zurücklässt, einen der vermutlich belanglosesten und schlechtesten Filmkomödien des deutschen Kinos gesehen zu haben.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass Bora Dagtekin tatsächlich der Regisseur sowohl der Serie wie auch dieses Machwerks gewesen sein soll. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich alterstechnisch nicht zu der Zielgruppe dieses Streifens gehöre, weigere mich aber zu glauben, dass die heutige Jugend derart platt und konturlos sein soll, wie dieser Film dies voraussetzt…

Kurz: Schauen Sie sich das bitte nicht an! – und falls doch, sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt…

Madagascar

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Originaltitel: Madagascar

Regie: Eric Darnell, Tom McGrath
Musik: Hans Zimmer
Drehbuch: Mark Burton, Billy Frolick…u.a.

USA / 2005

Studio: Dreamworks Animation


HANDLUNG

Marty, ein in einem New Yorker Zoo lebendes Zebra, befindet sich in einer Midlife Crisis. Er träumt von der Freiheit und den Weiten der afrikanischen Steppe. Sein Freund, Alex der Löwe, kann dieses Ansinnen gar nicht verstehen.
Nach einem missglückten Zooausbruch, wird Marty, zusammen mit seinen Freunden, dem Löwen Alex, der Giraffe Melman, der Nilpferd-Dame Gloria sowie den durchtriebenen Pinguinen Skipper, Kowalski, Rico und Privat auf einem Frachtschiff in ein Naturreservat in Kenia verschifft. Die Pinguine sind aber gar nicht begeistert vom Reiseziel und kapern kurzerhand das Schiff. Die ganze Gesellschaft landet schliesslich als Schiffbrüchige in Madagaskar. Ihre erste Erfahrung mit der Wildnis ist allerdings ganz anders, als sie sich das vorgestellt hatten…

REZENSION

Madagascar ist schräg, liebenswert und originell.
Trotzdem kann ich diesen Animationsstreifen aus dem DreamWorks-Studio nicht zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Zum einen, weil dem Streifen einfach die Tiefe fehlt, wie man sie zum Beispiel aus Produktionen der Pixar-Studios kennt. Madagascar ist eindeutig für Kinder gemacht, nicht für Erwachsene.
Zum anderen sind die Hauptfiguren irritierenderweise die langweiligsten Charaktere im Film. Die vier Pinguine stehlen den vier Hauptfiguren ohne Frage die Show. Auch die Figur des Lemuren-Königs ist um Klassen witziger und interessanter ausgefallen als Marty oder Alex.
Ich habe mich dabei ertappt, wie ich gehofft habe, dass die Pinguine bald wieder erscheinen würden, während mich das Gekeife von Marty zu nerven begann.
Die Geschichte an sich ist im Grundkonstrukt originell, aber sehr einfach und flach umgesetzt, bis hin zum offenen Schluss, der wohl schon mit Blick auf Teil zwei konzipiert wurde.
Nein, wirklich begeistert bin ich von Madagascar nicht, als nette Unterhaltung kann man sich das dennoch durchaus mal ansehen.